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Das diesjährige gut besuchte Römerfest anlässlich des Tages des Weltkulturerbes am 7. Juni bot einen bunten und vielseitigen Einblick in das römische Leben am Limes. Auch die Religion der Römer wurden in einem Vortrag vorgestellt, der eine Ergänzung durch Repliken fand, die seitdem in der Basilika des Kastells neben der Kastellfahne (Vexillum) als Dauerleihgabe des Förderkreismitglieds Dr. Alexander Ullrich zu sehen sind.
Die Religion der Römer war ein zentraler Bestandteil des öffentlichen und privaten Lebens. Sie diente nicht nur der Verehrung der Götter, sondern auch der Stabilität des Staates. Die römische Religion war somit eng mit Politik, Gesellschaft und dem Alltag verbunden und trug wesentlich zum Zusammenhalt des Römischen Reiches bei.
Als Reichsreligion verband sie das gesamte Römische Reich durch gemeinsame Kulte, Feste und Opferhandlungen. Der Kaiser spielte dabei eine wichtige religiöse Rolle und wurde, die kapitolinische Trias (Jupiter, Juno und Minerva) ergänzend, seit Augustus selbst verehrt. In der Vitrine findet sich hierzu u.a. der Gesichtsteil eines Maskenhelms (Replik nach einem Fund in Kalkriese). Maskenhelme wurden nicht nur bei den Schaukämpfen der römischen Reiterei, sondern auch zu anderen zeremoniellen Anlässen verwendet. Gezeigt wird zudem ein gallo-römischer Maskenhelm eines Feldzeichenträgers (Signifer) mit Nachbildung eines Wolfsfells.
Gleichzeitig entwickelten sich in den einzelnen Regionen des Reiches unterschiedliche Formen der Provinzialreligion. Die Bewohner der Provinzen behielten häufig ihre einheimischen Gottheiten und Bräuche bei, verbanden diese jedoch mit den römischen Göttern. Dadurch entstand eine vielfältige religiöse Landschaft. Hierzu findet sich in der Vitrine ein Relief der gallo-römischen Göttin Epona thronend mit einem Fruchtkorb auf dem Schoß. Über die berittenen Hilfstruppen der römischen Armee, darunter Treverer und Bataver, gelangte ihr Bild ab dem frühen 1. Jahrhundert n. Chr. an die Grenzen des Imperiums u.a. den. obergermanisch-rätischen Limes.
Ein wichtiges Leitbild der römischen Religion war die Pietas. Darunter verstand man die pflichtbewusste Haltung gegenüber den Göttern, der Familie und dem Staat. Wer pietas zeigte, erfüllte seine religiösen und gesellschaftlichen Verpflichtungen gewissenhaft. Zu sehen sind in der Vitrine ein privater Hausalter nach einem Fund in Pompeji. Hier wurden den Laren (Schutzgötter des Hauses und der Familie) täglich kleine Opfer dargebracht (z. B. Wein, Früchte oder Weihrauch). Auch auf Reisen wurden Altäre mitgeführt. Hierzu ist die Nachbildung eines Reisealtars aus einem Schiffsfund (Schiffswrack von Comacchio 1. Jahrhundert v. Chr.) zu sehen. Diese aus Blei gefertigten tragbaren Heiligtümer dienten Reisenden als mobile Erweiterung des häuslichen Kultes zur Verehrung ihrer Schutzgötter. Im und vor dem Reisaltar stehen Statuetten der Minerva (Göttin der Weisheit, der Stadt, der Wissenschaft, der Bildung, des Krieges und Schutzherrin der Handwerker, Künstler und Lehrer) und Mars (Gott des Krieges), Merkur (Gott der Händel und Diebe) sowie Venus (Göttin der Liebe).
Im Gegensatz zu Religio und Pietas bezeichnete der Begriff Superstitio für Aberglauben. Darunter verstanden die Römer religiöse Praktiken, die sie als fremd, übermäßig oder sogar staatsgefährdend ansahen. Während Pietas als vorbildhaft galt, wurde Superstitio kritisch betrachtet. Zu sehen sind ein Fascinum, das den „bösen Blick“ bannen sollte, ein Lunula-Amulett, dem magische Kräfte nachgesagt wurden, und eine Amulettkapsel, wie sie bis in das 7. Jahrhundert von Männern und Frauen mit magischem schutzbringendem Inhalt getragen wurden.
Limeskastell Pohl
Kirchstraße
56357 Pohl
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