Blick vom Turm-Umgang in das Kastell. Die ca. 200m lange umlaufende Brüstung (abwechselnd 1,80 und 1,20m hoch) ist mit Brettern verschalt, die einen quaderähnlichen Anstrich erhalten.
Blick vom Wehrgang auf die U-förmige Innenanlage mit zwei niedrigeren Seitengebäuden, die als Mannschafts- und Ausstellungsräume dienen. Der höhere Querbau wird als Veranstaltungsraum ausgebaut. Die Gebäude der Kastellanlage haben eine Nutzfläche von etwa 500 qm.
Die 2,80m hohe Wallanlage (plus max. 1,80m Brüstung) hat einem äußeren Neigungswinkel von 69 Grad (innen 45 Grad). Um diesen extremen Winkel zu realiseren, wird den für die Aufschüttung benötigten 4.600 Kubikmetern Erde ein spezieller Mischbinder aus Kalk und Zement hinzugefügt. Der Wall wird mit Moosen und Flechten bewachsen sein, eine Grasansaat ist nicht möglich.

Luftbild vom September 2010
(PHust Rheinland-Pfalz, Winningen)

Luftbild vom Juli 2010
(PHust Rheinland-Pfalz, Winningen)

Im August 2009 erfolgte eine Modifikation der Verkehrserschließung: Im Gegensatz zum ursprünglichen Plan erfolgt die Zufahrt nicht mehr über einen Kreisel an der B260 sondern über den rückwärtigen Bereich des Kastells. Dies ermöglicht einen freien Blick auf den Portalbereich und ermöglicht eine authentischere Gestaltung des Umfeldes.
Planung
Die hier gezeigten 3D-Illustrationen vermitteln eine erste Vorstellung von der späteren Realisierung des Kleinkastells.
Deutlich zu sehen ist hier die historisch belegte Anordnung des Turmes außerhalb der Kastellanlage. Der Zugang zum Turm erfolgt von der Wallkrone des Kastells über eine Stahlbrücke. Auf den Wall gelangt man über Treppen neben der Toranlage oder eine behindertengerechte Rampe. Die Planung der Anlage wurde vom Architekturbüro Kaffai+Schwarz aus Limburg in enger Abstimmung mit Experten aus Archäologie und Denkmalpflege durchgeführt.
Das Satteldach der Kastellgebäude und des Turmes sind mit Naturschiefern, wie sie in Pohl gefunden wurden, eingedeckt. Es werden keine Dachrinnen angebracht. Das Wasser wird nach historischem Vorbild über Rinnen im Hof abgeleitet.
Der dreigeschossige Turm ist etwa 14m hoch und hat eine Grundfläche von 5,5 mal 5,5m. Das Untergeschoss dient als Lagerraum, das erste Geschoss als Zugang und Schlafraum der Besatzung. Das Obergeschoss ist mit einem Wehrgang versehen und fungiert als Wach-, Aufenthalts- und Kochbereich. Vom Umgang des Turms wird der Besucher einen weiten Blick in den Taunus, den Westerwald und die Eifel werfen können.
Nach historischem Vorbild wird mit Holz gebaut. Die Römer haben häufig eine massive Bauweise per aufgemaltem Fugenstrich simuliert. Hier begutachten Manfred Kaffai (Architekt) und Dr. Jens Dolata (Archäologe) das eigens angefertigte Modell mit unterschiedlichen Holz- und Lasurvarianten.